Mittwoch, 28. April 2010

Heimreise

....und komm ich dann wieder in nem halben Jahr, braungebrannt wie son
Hottentott :-)

Oh wie schoen ist Panama sprach der kleine Tiger...

Die Kueste ist fast in Sicht und ich habe eben meine Papiere und Flugdaten
vom Kapitaen erhalten. Ich werde mit einem Boot von unserem Schiff auf der
Reede abgeholt und werde hoffentlich noch ein wenig Zeit fuer Sightseeing in
Panama City haben. Ankunft in Hamburg am Freitag 30.04. gegen 17:50h.
Am Montag geht es dann gleich wieder weiter in die Berufsschule nach
Rostock. Fuer die Zeit an Land werde ich wie letztes Mal mein Blog nicht
fuehren und Ihr muesst mit mir persoenlich Vorlid nehmen ;-)
Bis bald Ihr alle

Viele Gruesse

Jan

Montag, 19. April 2010

China Bericht 2

Überfahrt Tianjin/Shanghai 26.03.-01.04.:

Die eigentliche Überfahrt von Tianjin hat zwar nur zwei Tage gedauert, aber
wir mussten aufgrund von Nebel Gezeiten und wahrscheinlich auch nicht
bezahlter Schmiergelder dort noch vier Tage vor Anker liegen bevor wir in
den Hafen einlaufen konnten. Bei der Ausfahrt aus Tianjin durfte ich den
Rudergänger machen, das war ziemlich cool mit dem 143m-Schiff durch den vor
Schiffen nur so wimmelnden Fluss zu pflügen. Das Vorankerligen war dann
allerdings weniger erquickend, da es zuerst hieß, dass ich schon in Shanghai
von Bord gehen sollte, wir sogar schon einen Kurzurlaub nach Litauen gebucht
hatten, aber dann aufgrund von Visaformalitätsproblemen mit den blöden
Chinesen ausgefallen ist. Egal, Panama ist ja nur ein Katzensprung von 29
Tagen von Shanghai entfernt...

Shanghai 02.04.-04.04.:

Angekommen in Shanghai ging das Laden dann tatsächlich auch ziemlich fix,
auch wenn aus den anberaumten 24 Stunden natürlich nichts geworden ist. Für
die Ausstellung eines Ausreisevisas hätte es dennoch fast gereicht. Naja.

Da wir wussten, dass das Laden nicht so lange dauern würde wollten wir
natürlich möglichst schnell von Bord um uns Shanghai doch etwas aus der Nähe
anzusehen. Daraus wäre allerdings zuerst fast gar nichts geworden, da wir
feststellen mussten, dass die chinesischen Behörden nur für drei
Besatzungsmitglieder Landgangspässe ausgestellt hatten. Dann haben wir aber
bemerkt, dass die Pässe die wir in Tianjin bekommen haben für ganz China und
die Dauer der gesamten Reise gelten. Also schnell kurz nach Feierabend ein
Taxi gerufen und für schon nicht mehr ganz schnäppchenhafte 50 Dollar in die
City. Zugeben man fährt auch gut fast eine Stunde aber dennoch Wucher. Aber
die Halsabschneidermafia wartet ja an jeder Hafeneinfahrt. Ausgesetzt hat
man uns am People´s Square, mitten im Herzen von Shanghai. Dort steckt das
Geld, da steppt der Bär. Rechts Aston Martin, links Porsche und Ferrari.
Nicht ganz unsere Preisklasse wie wir feststellen mussten. Wir wollten doch
nur gemütlich ein zwei Bierchen in netter Atmosphäre trinken. Die Straßen
und Gassen waren allerdings sehr schick, auch wieder so Marke englischer
Kolonialstil, aber das ganze super erhalten und top gepflegt. Als erste
Station haben wir uns dann die Davidoff Lounge ausgesucht, welche sich als
getarntes Münchner Hofbräuhaus entpuppte, wo wir dann bei wirklich guter
Live Musik Paulaner Hefeweizen für neun Euro das Glas Getrunken haben. Da
wir mit Blick auf den Geldbeutel nicht allzu lange in diesem feinen
Etablissement verweilen konnten haben wir uns nach dem zweiten dann auch
wieder auf die Strasse begeben um noch etwas Sightseeing zu machen. Wirklich
ganz schön das alles und man kann sogar sagen auch geschmackvoll. Viel Licht
natürlich, in allen Farben, aber trotzdem nicht kitschig. Obwohl die ganzen
Bäume an der Hauptstrasse geschmückt waren wie bei uns zur Weihnachtszeit.
Die Strassenüberführungen beleuchtet von unten in coolem neonblau. Sehr
futuristisch.

Wir wollten uns schon auf den Weg nach Hause begeben, da uns dort alles zu
teuer schien und wir lieber noch am Hafen eine Kaschemme aufsuchen, da hat
uns ein nicht ganz uneigennützig hilfsbereiter Chinese den Weg zu einer doch
ziemlich coolen Bar gewiesen, wo er nachdem wir angekommen waren seine
Provision vom Eigentümer bekam und von dannen zog. Dort war es ganz
heimlich, die Musik gut und das Bier bezahlbar. Und dort haben wir auch
einen sehr netten Engländer kennengelernt der schon seit 15 Jahren in China
lebt und mit dem wir uns gut unterhalten haben. Leider mussten der 2.
Offizier und der 2. Ingenieur schon wieder um zwölf zurück am Schiff sein da
sie Wache hatten. Aufgrund der guten Atmosphäre und der guten Unterhaltung
hatte ich einfach so gar keine Lust schon zurück zum Schiff, vor allem da
ein Monat auf See vor uns lag. Also entschied ich mich die beiden vorfahren
zu lassen, später nachzukommen und mit dem Engländer noch ein wenig weiter
zu ziehen. Kaum waren die Beiden weg viel mir ein, däääännnnnnnggggggggg,
die haben ja die Adresse von unserem Liegeplatz mitgenommen... arg, wie komm
ich wieder nach Hause?? Und Shanghai ist dann doch mal eeeeetwas größer als
der doch recht überschaubare Teil von Tianjin den wir erkundet haben. Aber
der Engländer meinte ich solle mir mal nicht so einen Kopf machen, das würde
sich schon finden, er kenne sich schließlich aus und wir sollten jetzt
weiterziehen. Gesagt getan, doch nachdem wir noch zwei Läden abgeklappert
hatten war es dann auch für mich Zeit zurück zum Schiff zu fahren, da ich
mindestens meine acht Stunden Schönheitsschlaf brauche, aber da mein Dienst
um sieben Uhr anfängt wollte ich mich in dieser Nacht mit wenigstens vier
begnügen. Dank der Chinesischkenntnisse meines neuen Freundes konnten wir
dann auch den Besitzer des letzten Clubs nach dem Weg zum Hafen fragen.
Dieser gab auch bereitwillig Auskunft und meinte, dass recht viele Seeleute
bei ihm verkehren. Netter Weise hat er dann auch gleich ein Taxi gerufen und
den Fahrer instruiert. Dummer Weise allerdings mit völligem Quatsch, denn
nach zehn Minuten Fahrt hielt das Taxi an und der Fahrer meinte wir wären
da. Irgendwo in Shanghai vor einem Hotel, nirgendwo auch nur ein bisschen
Wasser zu sehen, nachts um halb drei. Offensichtlich also nicht der Hafen,
geschweige denn der Liegeplatz meines Schiffes. Unverständnis seitens des
Taxifahrers, diskutieren zwecklos, lost in translation. Und da waren sie
wieder meine drei Probleme, keine Ahnung wo ich bin, keine Ahnung wo ich hin
muss, kein Chinesisch. Glücklicher Weise habe ich auf dem Weg gesehen das
ein Hyatt Hotel an der Strasse lag, die Sprechen Englisch und sind die ganze
Nacht besetzt, also hin. Während des Gehens habe ich dann schon mal Mein
Automatisches Geonavigations System, kurz MAGS, in Hamburg angerufen, um
mich schon einmal so ungefähr mittels Google Earth und Vesseltracker
(Anzeige von Schiffspositionen im Internet) einnorden zu lassen. Mit Hilfe
meiner Lieblingsfreundin dann und den wirklich sehr netten und hilfsbereiten
Rezeptionistinnen des Hyatt Hotels (kann ich nur weiter empfehlen) ist es
uns dann schließlich gelungen den ungefähren Liegeplatz des Schiffes zu
bestimmen und ein weiteres Taxi zu rufen. Mittlerweile war es halb vier. Los
ging die wilde Fahrt. Nichts auf dem Weg kam mir vom Hinweg bekannt vor,
aber die ungefähre Richtung stimmte. Nach ca. einer Stunde hielten wir dann
vor einer Zufahrt zum Hafen. Aussteigen, Papiere zeigen. Wildes
Kopfschütteln des Pförtners, und Gestikulieren in eine andere Richtung. Also
wohl nicht hier. Wir fahren weiter zum nächsten Tor, fragende Blicke der
Pförtner, Papiere zeigen, durchfahren. Nur leider war bei den vielen
Schiffen die an dieser Pier lagen unser Schiff nicht mit dabei. Der
Taxifahrer war schon mittelschwer genervt. Aber ich dachte mir cool bleiben.
Was machen? Idee. Ich bin ausgestiegen und die Gangway zum nächsten Schiff
hochgelaufen. Die haben doch Radar und AIS die müssten doch rausfinden
können wo ich hin muss. Habe ich also den Gangwaywatchman angesprochen. Hey
you, seaman. I also seaman, I have problem, I cannot find my vessel. Ein
Glück er spricht Englisch. What name of your vessel? Ich: BBC Ems. Er: Ok, I
ask my Officer on bridge. Ein paar Minuten vergehen. Dann er: No, problem we
find your ship. It is about three miles from here. Bearing 100 degrees (3
Meilen entfernt, Kompasspeilung 100 Grad) Ich: Thank you very much, what is
the name of the jetty? Er: No idea. Wait I ask foreman. Der Vorarbeiter hat
dann wiederum die Hafenverwaltung angefunkt und nach dem Liegeplatz gefragt.
Nach einer weiteren viertel Stunde kam als Antwort allerdings nur ein we
cannot find BBC Ems. Ob es ok wäre wenn sie die Polizei zur Unterstützung
anfordern. Polizei? Natürlich, her damit, wenn die es nicht rausfinden wer
dann? Ich will doch nur nach Hause. So glücklich haben die wohl noch nie
einen nach der Polizei rufen sehen. Mittlerweile halb sechs. Die Jungs in
der schwarzen Uniform sind dann nach weiteren 20 Minuten eingetroffen und
haben dann auch innerhalb von 10 Minuten den Namen des Liegeplatzes
rausgefunden. Da sag noch einer ein Polizei und Überwachungsstaat sei nichts
tolles. Weitere Instruktionen wurden an meinen sich die Haare raufenden
Taxifahrer gegeben, der bei den Worten Polizei auch alles andere als
glücklich ausgesehen hat. Also auf zum Endspurt. Neenee, nicht so schnell.
Obwohl mein persönlicher Chauffeur nun wusste wo es hingeht, hat er den Brei
anscheinend schon so auf gehabt, dass er wild hupend ein anderes Taxi von
der Strasse zum Halten gebracht hat, sein Geld haben wollte, dem neuen
Fahrer gesagt hat wo es hingeht, abgehauen ist und mich hat stehen lassen.
Versöhnlicher Weise waren diese letzen Anweisungen dann aber korrekt und als
wir am Hafentor ankamen konnte ich auch schon die BBC Ems in der Morgensonne
glitzern sehn. Papiere zeigen, Taxifahrer bezahlen, zu Hause. Pünktlich um
viertel vor sieben zum Dienstbeginn.

Die durchgemachte Nacht habe ich übrigens besser weggesteckt als ich
erwartet hatte und zum Glück war auch nur Treibstoff Bunkern angesagt, so
dass wir die meiste Zeit des Tages an Deck in der frischen Luft verbringen
konnten. Den Ladevorgang haben wir am nächsten Tag abgeschlossen und jetzt
befinden wir uns schon mittlerweile wieder über zwei Wochen auf See in
Richtung Panama, von wo aus ich dann endlich und verdient nach Hause fliegen
werde. Richtet Euch auf meine Ankunft am 1. Mai ein.

Viele liebe Grüße von Norden bis Süden, von Osten bis Westen Euer guter
alter Jan.

(und für Phillip: Ich rufe dich Galaktika, vom fernen Stern Andromeda... ;-)

Dienstag, 6. April 2010

China Bericht Nr.1

Hallo allerseits,

jetzt habt ihr schon so lange nichts mehr von mir gehört, dass ihr euch
sicher schon gefragt habt ob ich vielleicht untergegangen bin, oder sogar
einfach schon wieder zu Hause sitze, es mir gut gehen lasse und einfach zu
faul bin zum schreiben. Weder noch ist dem so. Aber in letzter Zeit gab es
einfach immer so viel zu tun und wenn ich dann mal Zeit hatte, dann hab ich
auch tatsächlich keine Lust gehabt noch etwas zu Papier zu bringen. Deshalb
hier nun der Nachtrag zu den vergangenen Wochen.

Die Überfahrt von Kanada nach China 18.02.-08.03. :

Die Reise von Vancouver nach Longkou ist erfreulich ereignislos verlaufen,
was für die Jahreszeit und die Passage der Beringsee keine
Selbstverständlichkeit ist. Außer 7-8 Windstärken an zwei drei Tagen und
etwas bewegter See sind wir von den wilderen Auswüchsen dieser Gefilde im
Winter verschont geblieben. Während der Durchfahrt zwischen den Aleuten
haben wir prächtige Ausblicke auf verschneite und vereiste Vulkane gehabt
und da ich die erste Tageshälfte auf der Fahrt auf Brücke verbracht habe
konnte ich das auch glatt genießen und auch ein paar Fotos machen. Die
restliche Arbeitszeit habe ich mit der Deckcrew verbracht, fast
ausschließlich mit Reinigungsarbeiten in der Accomodation. Denn bei
Minustemperaturen fallen sämtliche Arbeiten an Deck einfach mal aus. Da die
Überfahrt 18 Tage gedauert hat war es hinterher auch seeeeeehr sauber.
Aufgrund der niedrigen Außentemperatur hatten wir auch Eis an Deck.
Seewasser friert erst bei -4 Grad, bildet dann aber bei ständiger Spray die
vom Bug überkommt doch recht schnell ansehnliche Schichtdicken. Auf dieser
Reise zwar nicht so viel das wir uns ernsthaft hätten Gedanken machen müssen
aber doch genug das wenn man auf das Vorschiff gegangen ist, sich gefühlt
hat wie in einem Eispalast. Beweisfotos folgen. Als wir dann wieder in
befahrenere Gewässer bei Japan gekommen sind habe wir mit ganzem
Körpereinsatz das Schiff von der Eislast befreit um zumindest wieder unsere
Positionslichter zeigen zu können. Während meiner Zeit auf Brücke habe ich
dann auch endlich von unserem Chiefmate die Astronavigation verständlich
erklärt bekommen, sowie auch Besteckrechnung nach vergrößerter Breite und
Großkreisnavigation. Navigatorisch ein ganz großer Schritt nach vorne für
mich.

Löschhafen Longkou 08.03.-13.03. :

Longkou (chin. Das Maul des Löwen) gelegen am südöstlichen Ende der Bohai
Bucht, ist eine für europäische Verhältnisse große Stadt, für China aber
wohl eher klein und zudem ein ziemliches Drecksnest. In der Stadt gibt es
trotz der Größe so gut wie nichts, so dass ich auch die ganze Zeit über an
Bord geblieben bin und meine Zeit auf der Gangwaywache abgesessen habe. Die
Löscharbeiten liefen zuerst sehr gut, haben sich dann aber doch noch etwas
in die Länge gezogen, da das Viehfutter welches wir geladen hatten direkt
vorm Schiff in Säcke gefüllt wurde. Trotz vieler kleiner Chinesenhände
brauchte das seine Zeit.

Trockendock, Überholung des Schiffes in Tianjin 14.03.-26.03. :

In Tianjin, quasi einem "Vorort" Pekings, schnuckelige 6-9 Millionen
Einwohner und angeblich größte Hafen Chinas, haben wir die überfällige
Überholung unseres Schiffes durchgeführt. Im Maschinenraum wurde von einer
Schar Chinesen der gesamte Motor auseinandergepflückt, gereinigt,
inspiziert, ausgebessert und schließlich erstaunlicherweise auch wieder
funktionstüchtig zusammengebaut. Bei dem ganzen drunter und drüber, ohne
erkennbare Ordnung beim Zerlegen und vor allem komplett ohne eigenes
Werkzeug mitgebracht zu haben grenzt das schon fast an ein Wunder. Während
sie ein riesiges Chaos veranstaltet haben, haben sie zwischendurch immer
wieder beherzt und fröhlich auf den Boden gespuckt und gequalmt haben alle
wie die Schlote. Unter den ganzen Chinesen die unseren Maschinenraum
unsicher gemacht haben konnte ich nicht einen Nichtraucher entdecken. So
glich unsere Werkstatt dann auch öfter einer Räucherkammer. Ich könnte so
weiter erzählen aber das würde erstens hässlich werden und zweitens gilt
dieses Benehmen wohl auch eher für die Arbeiterschicht. Immerhin ein
hamburger Hafenarbeiter schneidet hinsichtlich seiner Umgangsformen im
Vergleich noch mit einem sehr gut ab. Jetzt aber noch kurz zu den restlichen
ausgeführten Arbeiten. In der ersten Luke haben wir ein weiteres
Zwischendeck eingebaut bekommen, der Rumpf wurde gereinigt und neu mit
Antifouling gestrichen, wie auch sonst das Schiff allgemein aufgehübscht
wurde. Die gesamte Werftzeit über haben wir fast täglich zwölf Stunden
rangeklotzt so dass ich auch nur zwei Mal in die Stadt gekommen bin. Diese
Stadt hat mich allerdings dann doch überrascht, denn es gibt hier alle
Annehmlichkeiten einer Großstadt und es fehlt an nichts. Sehr erfreulich
nach dem ersten Eindruck in Longkou. Eines muß man den Chinese lassen, sie
kleckern nicht sie klotzen. Bei meinem ersten Ausflug in die Stadt, ohne zu
wissen wohin genau, habe ich gedacht ich fahre einfach mal zu den
Hochhäusern die man vom Hafen aus sehen kann. Hochhaus = Stadt. Dachte ich
mir zumindest. Mir wurde zwar gesagt das hier niemand Englisch spricht aber
die Worte City und Shopping sollte wohl jeder kennen... meiner Überlegung
nach. Ich habe mich also an die Straße vor der Werft gestellt und ein Taxi
rangewunken. Tür auf; Ich in fließendem Chinesisch: Nihau. Taxifahrer:
Chingchangchong. Ich: City?! Er: Chingchangchong. Ich: Shopping???!! Er:
Blablabla. Bams, Tür zu. War wohl nix. Warten auf das nächste Taxi. Selber
Text anderer Fahrer. Bams, Tür zu, wieder nichts. In das nächste Taxi bin
ich einfach eingestiegen und hab mit der Hand auf die Hochhäuser gezeigt.
Das Gesicht des Taxifahrers hellt sich auf. Ich denke; Aha, er hat
verstanden, super... Wir fahren lustig durch die Gegend und so ziemlich in
die richtige Richtung, nur irgendwie sind die Straßen ganz schön marode. Und
auch gar keine Beleuchtung und so merkwürdig... Nach einer halben Stunde
oder so kommen wir dann bei besagten Hochhäusern an, merkwürdig kein
einziges Licht an. Keiner zu Hause? Und dann dämmerte es mir, da wohnt noch
gar keiner. Das ist alles neu. Man stelle sich die Hafencity in Hamburg vor,
nur fünf mal so groß und fünf mal so hoch. Taxifahrer: Chingchangchong. Ich:
City, Shopping, buhuhuuuu... Außerdem hab ich auch noch keinen einzigen
Chinapfennig in der Tasche gehabt. Aber zum Glück wohnte bei den Hochhäusern
noch keiner aber es gab schon eine Bank mit funktionierendem Geldautomaten.
Und als ich gerade aussteige läuft auch noch ein junger Chinese längs, der
dann sogar noch ein wenig Englisch spricht. City, Shopping??! Yes. Not here.
Other side. Aha. Er also zum Taxifahrer Chingchangchong und endlich wusste
der wo er mich hinbringen sollte. Also wieder eine halbe Stunde in die
andere Richtung und tatatataaaaa Stadt, sogar eine große Stadt.
Hervorragend. Eine Stunde kreuz und quer Taxi fahren, 8 Euro. Leider war es
nun aber schon so spät geworden, die Geschäfte schließen üblicherweise um
neun, dass ich nur noch einmal kurz die Einkaufsstraße rauf und runter
maschieren konnte. Aber jetzt wusste ich ja bescheid fürs nächste Mal. Ich
wollte gerade schon wieder zum Hafen zurückfahren da habe ich noch einen
offenen Friseur gesehen der sehr einladend und sauber aussah und den ich
außerdem dringend nötig hatte. Ich also rein, ganz wichtig wird die Tür
aufgemacht von einem kleinen adrettgekleideten Chinesen mit Funkgerät im
Ohr. Oh man, ob das meine Preisklasse ist war ich mir nicht so sicher. Ein
bisschen Englisch sprachen sie dort auch. Cut, 25 Yuan. (4 Euro) Super.
Ablegen, Waschen, Schneiden, wieder Waschen, Föhnen, Stylen. Und zum
Abschluss noch ein Gruppenfoto mit dem ganzen Friseurteam. Irgendwie kommen
dort wohl nicht so viele Europäer vorbei hatte ich das Gefühl. Der Friseur
war also erledigt und ich konnte nach Hause. Zum Glück habe ich bevor ich
losgefahren bin noch ein Foto von dem Werfttor samt Namensschild gemacht
welches ich dem Taxifahrer zeigen konnte. Der kannte zwar wohl die Werft
nicht, begriff aber das es was mit Schiffen zu tun haben musste. Er zeigt
auf das Foto. Ich: Yes, to the port, ship... Er grinst. Ich: Ship??!
Harbour!? Ship tuuuuuuuuutuuuuuuuut. Er: Tuuuuuuuutuuuuuuuut???! Ich: Yes,
tuuuuutuuuuut. Er sieht aus als wenn er verstanden hätte. Wir probieren es
und tatsächlich kommen wir gleich beim ersten Versuch dort an. Juchuuu.
Mission erfolgreich abgeschlossen.

Nach dieser unterhaltsamen Geschichte bin ich noch ein weiteres Mal in der
Stadt gewesen, zusammen mit unserem 2. und 3. Ing. Da hatten wir dann aber
besser vorgesorgt und uns die Adresse von der Shopping Mall und von der
Werft vorher aufschreiben lassen. Macht das ganze unendlich einfacher :-)

Das war es so ungefähr mit dem was es aus Tianjin zu berichten gibt. Beim
nächsten Mal geht es weiter mit Shanghai. Die Geschichte wird noch besser.
Versprochen.