olympic athletes welcome
bring your own snow
so stand es auf einem Schild das ich am Straßenrand in Nordvancouver in Nähe
unseres Liegeplatzes gesehen habe. In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar
sind wir nach 14 Tagen auf See in den Hafen der Stadt die von sich selbst
sagt sie habe die schönste Skyline der Welt eingelaufen. Die Überfahrt
verlief bei meistens sehr gutem Wetter und mäßigem Schwell recht
ereignislos. Auf Grund der schweren Ladung sind wir ab und zu relativ stark
ins Rollen gekommen, es hielt sich aber alles noch im Rahmen. Gelöscht haben
wir am Dock der Firma Kinder Morgan östlich der Lions Gate Bridge in
Nordvancouver mit bester Sicht auf die von den Bäumen des Stanley Parks
eingerahmten Sillouette der Wolkenkratzer von Vancouver City. Ob es wirklich
die schönste Skyline der Welt ist kann ich nicht beschwören, aber
tatsächlich die schönste die ich bisher gesehen habe. Die Einwohner dieser
schönen Stadt sollen laut einer Umfrage zu den glücklichsten Menschen der
Welt gehören. Das merkt man auch gleich wenn man so einem Kanadier begegnet.
Schon in ca. 50 m Entfernung reißen sie den Arm hoch und rufen einem ein
fröhliches "Hi, how are you?" entgegen worauf man dann natürlich auch gleich
mit einem mindestens ebenso begeisterten "Hi, I am good and how are you?"
antworten muß. Man will ja nicht gleich als Rüpel erscheinen. Hat so weit
auch funktioniert. Das der Vancouveraner so glücklich ist hängt wohl auch
damit zusammen, dass die Stadt Ähnlichkeit mit Hamburg hat. Der Campbell
River führt wie bei uns die Elbe direkt durch die Stadt und der Hafen liegt
sehr zentral. Unmittelbar in der City beginnt der Stadtpark und zu allem
Überfluss haben sie hier rundherum auch noch Berge hingestellt die im Winter
zum Skifahren und im Sommer zum Wandern einladen. Das Wasser bleibt die
meisten Winter über eisfrei, so dass ganzjährig gesegelt werden kann. Was
will man mehr?
Nur in eben diesem Jahr wo ausgerechnet die olympischen Winterspiele hier
statt finden spielt das Wetter nicht wie geplant mit. Dort wo sonst
mindestens 30 cm Schnee liegen sollten gibt es höchstens etwas Matsch. Eher
typisches graues Hamburger Winterwetter, hab mich gleich zu Hause gefühlt.
Um die Pisten für die Spiele zu präparieren wollte man sich allerdings nicht
vollends auf Kunstschnee verlassen und hat zusätzlich noch unzählige LKW
Ladungen echten Schnee von höheren Lagen aus der Umgebung herbeikarren
lassen. Fühlt sich einfach besser an unter den Skiern. Für diese Leistung
bekommen sie von mir den Grünen Daumen.
Das Löschen unserer Ladung aus Zink und Blei hat bis zum 07.02. gedauert und
da wir anschließend Futterkonzentrat für Kühe und Erbsen laden sollten,
mussten wir natürlich alle Laderäume picobello sauber machen. Dummerweise
durften wir das Waschwasser aber nicht im Hafen außenbords pumpen und
mussten somit noch einmal ganz bis raus auf See fahren. In einer
konzertierten Mammutaktion haben wir es geschafft das ganze Schiff innerhalb
von drei Tagen ladeklar zu bekommen. Da haben die Inspektoren nicht schlecht
gestaunt. Ab Ladebeginn sollte es nach Angaben des Futterterminals, welcher
auch direkt gegenüber von Downtown Vancouver liegt, lediglich 8-12 Stunden
dauern bis wir wieder auslaufen können...
Tatsächlich hat das Laden aufgrund landseitiger Probleme dann aber doch vom
10.-17.02. gedauert und wir konnten die Eröffnung der Olympischen Spiele aus
der ersten Reihe miterleben, denn das olympische Zentrum befand sich genau
gegenüber und ich glaube es gab keinen besseren Platz um das Feuerwerk
anzusehen. Beweisvideos werden nachgereicht.
Seit dem 17.02. sind wir jetzt wieder auf See und ich bin jetzt jeweils
halbtägig auf der Brücke und auf Deck eingeteilt. Und wie es aussieht wird
es auf dieser Reise tatsächlich was mit dem erlernen der Astronavigation.
Der erste Offizier ist auch passionierter Segler kann mit dem Sextanten
umgehen und will dieses auch gerne weiter vermitteln. Nicht wie so manch
anderer Offizier dem ich schon begegnen durfte.
Für die Menschen die mich mit dem Finger auf dem Globus verfolgen führt uns
unsere Reise auf dem Großkreis nach China. Ausgehend von der Georgia Strait
/ Vancouver Island durch den Golf von Alaska durch den Unimak Pass nördlich
über die Aleuten wieder gen Süden entlang der Near Islands zwischen Hokkaido
und Japan hindurch um Südkorea in das Gelbe Meer nach Long Kao (?) zum
Entladen und dann nach Tianjin Xingang südlich von Peking zur Überholung ins
Trockendock. Dort wurde die BBC Ems übrigens auch gebaut.
Voraussichtliche Ankunft in China ist der 07.03.2010 bis dahin bitte fleißig
weiter schreiben an JBreider@telaurus.net
Es dankt für Euer Interesse
Jan






