hier ein kurzer Bericht zu unserem Aufenthalt in Antofagasta Chile:
Am 14.01. sind wir in der Frühe in Antofagasta eingelaufen. Da ich im Moment
in der Maschine arbeite und also nicht beim Festmachen helfen muss, habe ich
das Anlegen glatt überschlafen. Augen auf, Guten Morgen, willkommen in
Chile. Ich muss sagen, Antofagasta war mir gleich viel sympathischer als
Callao. Zuerst einmal gab es dort nicht so eine Dunstglocke wie ständig über
Lima und man hatte eine super Sicht auf die sich auf eine weite Küstenfläche
verteilende statt. In die Breite gebaut, nicht in die höhe. Hübsch
anzuschauen mit den ganzen Hügeln (Anden) im Hintergrund. Der Chief war gut
drauf, wollte auch selber in die Stadt und hat uns schon zum Mittag
freigegeben. Also raus aus den öligen Klamotten, Duschen und ab mit Hannes
an Land. Der Hafen liegt ziemlich zentral, so dass wir die viertel Stunde in
die Stadt laufen konnten. Als erstes durch die große Shopping Mall an der
Uferpromenade und dann weiter ins Zentrum. Die meisten Häuser sind höchstens
vierstöckig und stammen größtenteils noch aus dem 19. Jahrhundert. Allgemein
sind sie etwas renovierungsbedürftig aber man kann sich noch gut vorstellen
wie alles vorher mal ausgesehen hat. Sehr ordentlich und irgendwie erinnert
es an englische Kollonialbauten.
Wir haben ein paar Euros in Pesos eingetauscht und sind Kaffee trinken
gegangen, bzw. eigentlich frischen Mangosaft der zwar echt lecker aber
leider auch mistwarm war. Auf der Suche nach einem Internetladen sind wir
auf der Hauptstrasse in eine Wahlkampfveranstaltung für, ich glaube, einen
von den Präsidentschaftskandidaten geraten. Wenn Wahlkampf in Deutschland so
aussehen würde, würden bestimmt auch mehr Menschen wählen gehen. Eine ca.
zwanzigköpfige Blaskapelle mit allem drum und dran schmettert Sambamusik und
eine riesen Schar von Wahlhelfern mit T-Shirts und Fahnen springt
ausgelassen durch die Fußgängerzone und blockiert mal auf der einen mal auf
der anderen Seite die Kreuzung um auf sich aufmerksam zu machen. Ich würde
sagen, hat funktioniert.
Irgendwann haben wir dann auch einen Internetzugang gefunden und wir haben
unsere Informationsdefizite ausgeglichen, Mails beantwortet und nach Hause
telefoniert. Hervorragend. Hinterher gabs ein Eis von Mc Doof und wir sind
noch weiter über die Marktstrasse gelaufen, haben aber nichts interessantes
gefunden. Und Cocablätter dürfen wir nicht mit an Bord nehmen...
Abschließend haben wir uns noch in der Mall mit Getränken eingedeckt und
haben uns auf dem Weg zurück zum Schiff noch eine Pizza geholt. Die hatten
sogar einen Lieferservice. Davon haben wir uns gleich die Nummer mitgenommen
und haben uns abends um zwölf noch mal ein Pizza zum Schiff bringen lassen.
Kalorienbevorratung vonwegen der hier an Bord herrschenden Trennkost. Dazu
ein Bier, lekker!
Mittlerweile ist es aber schon der 22.01. geworden und wir befinden uns auf
der Fahrt nach Vancouver. Gestern gegen 13.00h haben wir den Äquator
überschritten und bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 15 Knoten
könnt ihr Euch jetzt ausrechnen wo wir gerade ungefähr sind.
Zwischendurch haben wir ja noch einmal in Lima gestoppt um Blei zu laden.
Die Nacht vorher (17.01.) mussten wir vor dem Hafen ankern, was mir
Gelegenheit gab meine Angelkünste zu versuchen. Insgeheim habe ich ja
gehofft wieder so einen coolen Stachelrochen wie auf Madeira zu fangen aber
da war leider nichts zu wollen. Bis es dunkel wurde belief sich die Bilanz
auf zero Fische. Aaaber als es dann dunkel war haben wir einen großen
Strahler über das Wasser gehängt und von da an ging es dann Schlag auf
Schlag. Zwar nur Sardinen und Tintenfisch, aber immerhin war ich kein
Schneider mehr und Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Für zwei
Personen hätte das auch schon eine Mahlzeit werden können, aber unser Koch
ist da sehr eigen mit seiner Küche (ich weiß gar nicht warum, Nudeln und
Reis macht der doch eh im Topf und andere Sachen gibt es ja quasi nicht) und
so habe ich die Fische eingetütet und eingefroren als Köder für das nächste
Mal Ankern.
Von unserem Aufenthalt in Callao gibt es auch nichts spannendes zu erzählen,
da wir nicht weiter also bis zur Shopping Mall gekommen sind. Mangels Zeit
hätten wir es nicht bis in die City von Lima geschafft und Dani war leider
auch noch krank geworden. (Scheiß Klimaanlagen) Abgelegt in Callao haben wir
am 18.01. abends und die ETA für Vancouver ist so um den 03.02., falls uns
nicht noch schlechtes Wetter dazwischen kommt.
Ich hoffe ich hören von Euch und das es Euch gut geht.
Viele liebe Grüße
Jan
